Die Oscars 2012 – Ein Rückblick

The-Artist Film Oscar 2012
The Artist formerly kown as Hugo Crystal

Die 84th Academy Awards Ceremony, besser bekannt als die „Oscars 2012“ fand dieses Jahr am 27.02.  statt. Moderator des Abends war bereits zum neuten Mal Billy Crystal, nachdem Eddie Murphy abgesagt hatte. Billy Crystal ist so routiniert, man hätte ihn wahrscheinlich an dem Abend anrufen können „Sag mal kannst Du die Oscars moderieren“ und er hätte „Ja“ gesagt und es souverän gemacht. So auch letzte Nacht. Es war routiniert und es gab nichts auszusetzen – allerdings gab es in seiner Moderation auch keine wirklichen Highlights. You get what you’ve paid for.

Ein paar Dinge außer der Reihe gab es dann doch:

Will-Ferell-und-Zach-Galifianakis-oscar-2012.jpgZu erwähnen ist hier zum Beispiel der sehr lustige Auftritt von Will Ferell und Zach Galifianakis bei ihrer Präsentation. Sie haben mit ihren Musikinstrumenten für ordentlich Stimmung gesorgt. Schaut euch das mal an, falls ihr es bei Youtube irgendwo findet.

lopez-diaz-oscar2012.jpgOder das fast-Nipplegate von Jenniffer Lopez, bei der das doppelseitige Klebeband, mit welchem das Kleid auf den Brüsten festgeklebt war, plötzlich nicht mehr gehalten hat. Plötzlich standen die Damen mit dem Rücken zum Publikum und dann war alles wieder gerichtet. Dank dem US Delay blieb uns das erspart.

Angelina-Jolie-Leg-Oscar-2012.jpgAngelina Jolie die mittlerweile zu einem gruseligen Hungerhaken mutiert ist, hielt es für nötig ihre dürren Beinknochen absichtlich aus dem Kleid zu strecken. Zurecht würde sie dafür von späteren Präsentatoren und Gewinnern veralbert.

Rose Byrne und Melissa McCarthy aus Brautalarm genehmigten sich auf der Bühne einen Schluck aus einem Taschenwärmer. Rose-Byrne-und-Melissa-McCarthy-Oscar-2012.jpgTja das wars dann auch schon mit den „Skandalen“ der Show. Ach nein, nicht ganz: einmal fiel das F-Wort. Ohje wie furchtbar…
Die US Zuschauer werden davon sowieso nichts mitbekommen haben.

Genug mit diesen Skandalen – Kommen wir zu den Filmen
The Artist

The-Artist Film Oscar 2012
Ich finde, daß THE ARTIST ein toller Film ist, weil er so wunderbar mit unseren Sehgewohnten bricht und uns zwingt uns voll uns ganz neu zu konzentrieren und etwas völlig Unbekanntes zu erleben. Dieser Effekt kommt ausschließlich von der Art, wie der Film gedreht ist. Regieoscar Ja, Filmmusik Ja, aber alles andere: Nein. Aber hier zeigt sich die Zusammensetzung der Academy, die größtenteils noch die Stummfilmära aktiv miterlebt haben. Ein enttäuschender unverdienter Sieger des „Besten Film“

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Meine Wertung:  9_sterne.png
Hugo Cabret

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Der zweite Film der Nominierten, der sich mit der Filmgeschichte beschäftigt. Nachdem es THE ARTIST auf die Spitze getrieben hat, schlägt HUGO CABRET einen etwas anderen Weg ein. HUGO schlägt eine Brücke zwischen alt und neu, zwischen Stummfilm und 3D Tech-Spektakel. Martin Scorseses routinierte Regie verhilft auch diesem Film zu einer Erinnerunswürdigkeit, auch wenn diesmal keine Mafiatypen dabei sind und keine Schüsse fallen. Bei den Oscars hat HUGO etwas verloren. Fast alle wichtigen Kategorien gingen an ihm vorbei, lediglich die Tech-Kategorien und beste Kamera konnte er holen. Und hier komme ich schon zu meinem nächsten Kritikpunkt. In den kleineren Kategorien waren meist kleinere Filme nominiert, die durch einen Oscar eine internationale Beachtung erhalten haben. Auch wenn diese Filme keine Chance auf die großen Kategorien hatten, so hat man doch oft interessante Ideen und ambitionierte Filme mit einem solchen Oscar belohnt und gefördert. Dadurch dass dieses Jahr HUGO CABRET so übermächtig alle dieser Kategorien geholt hat, gingen viele gute Filme leer aus.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Meine Wertung: 8_sterne.png
Iron Lady – Die eiserne Lady

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Zu diesem Film kann ich nicht soviel sagen, weil die Preview erst diese Woche ist. Aber Meryl Streep ist schon eine sichere Bank bei Oscarwetten. Das hat sie auch selber am Anfang ihrer Rede deutlich gemacht. „Ich spüre förmlich, wie jetzt die halbe Welt aufstöhnt: Achnöö nicht die schon wieder….“. Ich persönlich hätte es Michelle Williams aus meiner Dawsons Creek Vergangenheit so richtig gegönnt.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen: © Oscar Academy© Oscar Academy
Meine Wertung: Kommt später, wenn ich den Film gesehen habe
The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten

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Den Satz auf dem Poster „Clooney gives the performance of his career“ kann ich nicht unterschreiben und wäre vom Glauben abgefallen, wenn der Schorsch dafür einen Oscar bekommen hätte. Ohne Zweifel ist er ein guter Schauspieler, aber das hat er nicht in diesem Film gezeigt. The Descendants ist auch ein typisches Beispiel, wie ein Film vom Reißbrett her, auf Oscarkandidat gebügelt wird. Den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch hat er aber durchaus verdient gehabt, auch wenn ich den Oscar eher „Moneyball“ oder vor allem „THE IDES OF MARCH“ gegönnt hätte.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen: © Oscar Academy
Meine Wertung: 6-sterne_1.png
The Girl with the dragon Tattoo – Verblendung

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Versteht mich nicht falsch: Ich mag David Fincher und fand den Film toll (siehe „Meine Wertung“). Aber ich finde, daß die Oscars für Originalität stehen sollen und nicht einfach nur Remakes von anderen Filmen würdigen sollen. Das hat mich damals bei THE DEPARTED schon sehr geärgert und trifft jetzt auch wieder zu. Bei Verblendung ist es sogar noch dramatischer, denn das Original ist ja noch ganz frisch und hat schon ein Remake erfahren. Viele Szenen und Einstellungen waren 1:1 umgesetzt. Zurecht nur 1 Oscar für Schnitt.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen: © Oscar Academy
Meine Wertung: 9_sterne.png
The Help

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THE HELP ist irgendwie ein seltsamer Film. Einerseits erzählt er eine typische Oscargeschichte von Leuten von ganz unten, die trotz aller Gefahren etwas wagen und am Schluss als Gewinner hervorgehen. Aber dieser Film krankt auch an der überzogenen Darstellung von Emma Stone und der Moralkeule. Ein paar echt tolle Szenen hat der Film und er hätte auch richtig gut werden können. Hätte, könnte….Zurecht nur einen Goldjungen.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen: © Oscar Academy
Meine Wertung: 7_5_sterne.png

 

Kommen wir mal zu den Filmen, denen ich die Oscars dieses Jahr am meisten gegönnt hätte:
Extremely loud and incredibly close – Extrem laut und unglaublich nah

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ELIC ist ein Film, der mich sehr überrascht hat. Ich hatte einige negative Kritiken gelesen und wollte diesen Film zuerst auslassen. Gut, dass ich es nicht getan habe, denn sonst wäre mir ein ziemlich guter Film entgangen.  Wenn man diesem Film etwas vorwerfen möchte, dann vielleicht dass er zuviel Last auf die Schultern des kleinen Jungen packt. Aber die vielen kleinen Szenen mit seinem Vater gespielt von Tom Hanks, seiner Mutter gespielt von Sandra Bullock und seinem Sidekick gespielt von Max von Sydow machen diesen Film sehenswert. Ich persönlich finde es sehr schade, daß dieser Film leer ausgegangen ist.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen:
Meine Wertung: 9_sterne.png
The Tree of Life

TheTreeOfLife.jpg

Fast 7 Jahre hat die Produktion dieses Films gedauert. Wunderschöne Kameraaufnahmen, die zu einem psychedelischen bildgewaltigen Reigen zusammengefügt sind. Der Weg ist das Ziel und so genießt man jede Sekunde dieser Bilderpracht untermalt mit passender Musik. Dieser Film hätte jeden Preis für den er nominiert ist, verdient gehabt. Denn wenn das nicht „Kino“ in seiner reinsten Form ist, weiß ich auch nicht. Leider ist dieser Film leer ausgegangen.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen:
Meine Wertung: 10_sterne.png
Midnight in Paris

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Ich liebe Paris und in diesem Film habe ich die Liebe zu dieser Stadt wieder extrem gefühlt. Ganz bewußt verzichtet Woody Allen auf die ausgetretenen touristischen Pfade und zeigt und geheime Ecken und verwebt das alles in einer märchenhaften Story. Ohne seinen typischen Witze und seine Absurditäten auszusparen. Dafür gab es einen Drehbuchoscar. Ein wunderbarer Film, der wesentlich mehr Beachtung durch die Academy verdient hätte.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen:  © Oscar Academy
Meine Wertung: 10_sterne.png
Die Verlierer des Abends:
Tinker Tailor Soldier Spy – Dame König As Spion

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Mit diesem Film habe ich mich echt schwer getan. Die großartigen Darsteller und die tolle Musik konnten die langatmige Story nicht genug treiben, um einen bleibenden Eindruck bei mir zu hinterlassen – oder überhaupt eine Gefühlsregung hervorzurufen. Dieser Film war für mich eine der großen Enttäuschungen in der Oscar-Vorbereitungsphase dieses Jahr. Zurecht keinen Oscar.

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Gewonnen:
Meine Wertung:
Moneyball – Die Kunst zu gewinnen

Moneball Brad Pitt

Diesen Film haben wir im Kinocast #237 schon ausführlich besprochen. Ich habe ihm damals schon bescheinigt, daß er ein guter Film ist, aber zum Oscar wird es nicht reichen. Und so war es dann auch. Wenn ihr Sportfilme ein bißchen mögt, dann schaut ihn euch an. Er ist auf jeden Fall sehenswert. Aber im Vergleich zu manchen anderen nominierten Filmen ist er nicht oscarwürdig und deswegen auch 0 / 6

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen:
Meine Wertung:
War Horse – Gefährten

War_Horse.jpg

Was dieser Film bei den Oscarkandidaten dieses Jahr macht, kann ich nicht verstehen. Das hat wahrscheinlich was mit der Sympathie der Academy für Steven Spielberg zu tun. Dieser Film ist ja mal sowas von kein würdiger Oscar-Film. Dieser Film ist eine Kleine-Mädchen-Fantasie gemixt mit ein paar Zutaten, damit auch die Jungs im Kino was zu schauen haben. So eine Art TITANIC mit Pferd und Happy End. Oh Sorry für den Spoiler, aber wenn ihr den Film wirklich hättet sehen wollen, dann hättet ihr das schon getan. Und wenn nicht, dann rate ich euch ab. Und das will was heißen, wenn ich als Spielberg Fan das sage. Eigentlich reicht es, wenn ihr euch die ersten 10 Minuten und die letzte halbe Stunde des Films anschaut. Der Rest ist schwülstiger pathetischer Käse. Zurecht kein Oscar.

Nominierungen: © Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy© Oscar Academy
Gewonnen:
Meine Wertung: 6

 

Fazit des Abends:

Dieser Abend war zutiefst konservativ: die Witze, die Moderation, die Preisträger. Es gab keine wirklichen Überraschungen. Nachdem dieses Jahr zum ersten Mal seit Jahren die GOLDEN GLOBES eher enttäuschend waren, hatte ich eigentlich gehofft, daß die OSCARS besser als die GLOBES werden. Dem war leider nicht so. Ok, die Moderation war nicht so schlecht wie im letzten Jahr. Aber da hat auch nicht viel dazu gehört.

Toll fand ich den kurzen Auftritt der Muppets. Aber wo blieb das Vorstellen der Filmsongs? Wurden die nicht nochmal so richtig schön inszeniert und auf der Bühne gesungen? Schade, dass man sich die Chance hat entgehen lassen hier die Muppets auf die Bühne zu holen. Das wäre legendär gewesen.

Für mich war letzte Nacht vor allem enttäuschend, daß zwei nicht ganz so überragende Filme hier alles überstrahlt haben. Wenn ARTIST oder HUGO die bewegende Qualität und Nachhaltigkeit eines HERR DER RINGE oder KINGS SPEECH gehabt hätten, dann wären die vielen Preise meines Erachtens gerechtfertigt gewesen.

Aber mal ehrlich: Wer von euch wird sich THE ARTIST auf BluRay ins Regal stellen und immer wieder hervorholen und anschauen? Genau das sollte man mit Oscarfilmen tun, aber genau das werde ich mit THE ARTIST sicher nicht tun. Bestimmt auch nicht mit HUGO, diesem glitzernden bunten seelenlosen Effektstreifen. Aber das sind die Filme, die dieses Jahr gewonnen haben. Zurecht?

Wie geht es euch?

Wie fandet ihr die Verleihung?

Was waren eure Highlights oder Lowlights?

Ich bin gespannt auf eure Kommentare.

 

 

#2012, #Academy Awards, #Hugo Cabret, #Moneyball, #Oscar, #War Horse
24 thoughts on “Die Oscars 2012 – Ein Rückblick”
  1. Schön geschrieben, Eric. Danke dir dafür. Kann dir mit vielen Punkten übereinstimmen, auch wenn ich Hugo nicht als seelenlos charakterisieren würde. Der hatte meiner Meinung nach schon einen tollen Charme mit hervorragenden Darstellen. Auch Gefährten gefiel mehr sehr gut, wenn gleich ich mit Pferden nichts am Hut habe, aber dennoch finde ich allgemein, dass es wirklich bei den Oscars an DEN Film fehlte. Besonders schön fand ich den Gewinn von „Midnight in Paris“.

    Ansonsten war die Veranstaltung wirklich überraschungsarm, auch wenn ich bei Makeup, Ton und Effekte andere Filme auf den Schirm hatte.

    Mein Highlight war Sandra Bullock, die den besten fremdsprachigen Film teilweise auf Deutsch anmoderierte. Sehr toll.

    1. Hach ja die Sandra Bullock… war eine tolle Präsentation. Ach da fällt mir ein, daß ich ganz vergessen habe die besten und schlechtesten Dankesreden herauszustellen. Also ganz schlecht fand ich ja den Dank beim besten Film und auch von diesen Effektleuten, die nichts mehr zu sagen wußten und dann einfach gegangen sind.

      1. Da waren wirklich echt schwache Dankesreden dabei, ja. Es liegt wohl daran, dass es wie im Falle von The Artist einfach keine Überraschung mehr ist. Der Film hat ja die gesamte Award-Season hindurch einen Preis nach dem anderen abgeräumt, da wurde wohl schon alles gesagt.

  2. @Eric Sag mal meinst du das ernst was du zu Tree of Life geschrieben hast?
    Das ist kein Film. Ein Film hat bestimmte Vorgaben an die er sich halten muss um ihn als solches zu erkennen. Man kann ja auch nicht sagen das ein leeres Blatt Papier ein sehr gutes Gemälde ist. Es kann Kunst sein aber niemals ein Gemälde weil man dafür Farbe aufs Papier tun muss. Das gleiche gilt für Filme wie Tree of Life oder auch 2001. Wenn der ganze Film nur aus Bildern mit schöner Musik unterlegt besteht ist es in meinen Augen kein Film. Ein Film MUSS eine Story, Charactere und Dialoge haben um als solcher erkennbar zu sein. Zugegeben die Bilder und die Musik in Tree of Life sind nicht schlecht aber das reicht in meinen Augen nicht für einen guten Film. Ich war bei Tree of Life EXTREM gelangweilt und hab mich EXTREM gefreut als endlich die Credits liefen. Wieso werden solche Filme immer als so total toll dargestellt?
    Ich kann es nicht verstehen. Tree of Life ist bestimmt Kunst aber niemals ein Film.
    Im Hinblick auf 2001 empfehle ich das Review von Confused Matthew:
    http://www.confusedmatthew.com/2001%3A-A-Space-Odyssey.php

    1. Nur weil du die gelangweilt hast und keine Story erkennen konntest, sprichst du TREE OF LIFE ab, ein Film zu sein? Verzeihung, aber das ist schon sehr anmaßend. Der Film ist halt sehr unkonventionell und erzählt und erschließt sich nicht auf den ersten und vielleicht auch nicht auf den zweiten Blick, aber er hat sowohl Story, Charaktere als auch Dialoge. Oder hast du die Familiengeschichte um Brad Pitt verschlafen?

  3. Kann die Kritik nicht ganz verstehen finde das The Artist und Hugo verdient ihre Oscars bekommen haben. Wer hätte gedacht das ein Stummfilm und auch noch Schwarz/Weiß mich so Unterhalten konnte wie The Artist. Und nach Avatar endlich mal wieder nen 3D Film gibt der richtig gut ist. Freu mich jedenfalls schon auf die BluRay beider Filme 😉 aber geschmäcker sind ebend verschieden. Die Show fand ich jedenfalls in Ordnung ganz klar besser als letztes Jahr. An den Golden Globes werden die Oscars sowieso nie rannkommen da geht es einfach lockerer zu. Und als Serien Fan sind da ebend auch noch die Serien Kategorien die Preise bekommen. Das einzige wat ick zu bemängeln hatte war das Drive nur 1mal und Shame garnicht Nominiert wurde das kann und werde ick nie verstehen. Aber ansonsten geht allet klaro Peacen.

  4. Tolle Review der Oscarnacht. Kann es auch absolut überhaupt nicht verstehen warum The Artist und Hugo so „belohnt“ wurden und die wirklich guten Filme ignoriert wurde. Schade schade. Die Moderation war ganz ok, da wollte man mit Billy Crystal wohl auf Nummer sicher gehen.

  5. Im Großen und Ganzen kann ich dir zustimmen, Eric! THE ARTIST und HUGO werden wesentlich größer gemacht, als sie es als Film eigentlich sind. Beiden fehlt eine wirklich gute Story und unter der Oberfläche die Substanz dazu, ein Meisterwerk zu sein, das man noch in vielen Jahren mit Begeisterung sieht. Gute Filme, aber nicht mehr – das gilt meiner Meinung nach übrigens für alle Filme in dieser Saison. Ist vielleicht auch irgendwie bezeichnend, dass mir die „gewöhnlichen“ Filme THE DESCENDANTS und MONEYBALL dieses Jahr am besten gefallen haben, beide haben aber trotzdem nicht das Potential gehabt, als „Bester Film“ ausgezeichnet zu werden. EXTREM LAUT… fand ich im Gegensatz zu dir sehr schwach, außer Max von Sydow und permanentes Tränendrüsengedrückt der widerlichsten Art hatte er für mich nichts zu bieten.

    Im Fazit bin ich aber wieder bei dir, die beiden Gewinner gewinnen zu Unrecht zu viel und die ganze Veranstaltung war wieder sehr konservativ und bis auf wenige Momente sehr unspektakulär. Da wurde schon viel Potential liegen gelassen, allein die Muppets auf der Bühne wären wirklich super gewesen.

    1. @Dein Freund Bob: Ich gebe zu meine Bewertung zu Incredibly Close ist sehr von meiner Vorliebe für Sandra Bullock eingefärbt 😉

      1. Ich mag Sandra Bullock auch sehr gerne, aber dafür war ihre Rolle in dem Film dann leider zu klein… Außerdem ist sie auch keine Lenina Huxley mehr 😀

  6. @Dein Freund Bob

    Dann fasse mir mal bitte die Story von Tree of Life zusammen. Und erkläre mir mal den Zusammenhang zwischen der Entstehung des Universums, der Erde und des Lebens auf der Erde mit der Familie. Aber bitte keine Interpretationen. Ich möchte das so hier erzählt haben wie der Film das erzählt hat. Was hat der Film uns tatsächlich gesagt.

    Meiner Meinung nach hat Tree of Life keine Story. Braucht ein Film eine Story um ein Film zu sein?
    Braucht ein Bild Farbe um ein Bild zu sein?

  7. Wenn man sich die Story eines Films „KOMPLETT“ selbst zusammenreimen muss macht der Film meiner Meinung nach etwas gewaltig falsch.

  8. Wenn du dir als Filmfan alles mundgerecht vorkauen lassen musst, machst du meiner Meinung nach etwas falsch. Wenn du nicht selbst interpretieren willst, wenn du nicht hinterfragen willst. Filmschauen wird doch erst interessant, wenn man sich seine eigenen Gedanken zum Gesehenen macht, so sehe ich das. Meine Interpretation zu Tree Of Life könnte ich dir gerne zeigen, eine Inhaltsangabe findest du aber sicher auch in mundgerechter Form bei Google.

  9. @ Dein Freund Bob
    Ich habe nichts dagegen wenn Filme Elemente beinhalten die man Interpretieren muss. Im Gegensatz das finde ich sogar sehr gut. Es gefällt mir nicht mehr wenn der GANZE Film daraus besteht. UND DAS IST BEI TREE OF LIFE DER FALL.

    1. @STEFAN THE TREE OF LIFE ist auch so ein Film, der mit unseren Sehgewohnheiten bricht. Genauso wie „MEMENTO“ oder „THE ARTIST“. Ja vielleicth auch wie „2001“ oder „Blade Runner“. Entweder man haßt es oder man liebt es. Da gibt es wenig Grauzonen. Du gehörst offensichtlich zu denen, die damit nichts anfangen können. Dafür habe ich Verständnis. Wie geht es Dir denn bei den anderen Filmen, die ich genannt habe?

  10. Achtung Spoiler!

    The Artist: Fand ich richtig gut. Die Story ist sehr einfach zu folgen obwohl im ganzen Film nicht gesprochen wird und es ist auch eine Story vorhanden. Eine richtig gute wie ich finde. Sehr gute schauspielerische Leistungen. Und teilweise gute Tricks. Die Szene wo er einen Alptraum hat und alles Geräusche macht außer ihm. Meiner Meinung nach verdient den Oscar für besten Film gewonnen.

    The Descendants: Ein bisschen langweilig. Die Story mit dem Fremdgehen verläuft im Sande und die Sache mit dem Trust Fond und dem Land wirkt mir zu aufgesetzt. Nur mittelmäßig. Ich hätte mir gewünscht das die Kinder mehr im Mittelpunkt gestanden hätten. Und der Boyfriend war vielleicht nervig.

    Extremely Loud and Incredibly Close: Fand ich großartig, Obwohl ich doch lieber gehabt hätte das der schlüssel was mit dem Vater zu tun hat und dem Jungen etwas trost spendet. Das mit dem Anrufbeantworter und dem Geständnis des Jungen das er nicht mit seinem Vater kurz vor dessem Tod reden konnte fand ich leicht übertrieben.

    The Help: Fand ich absolut spitze. Ich hab nichts dagegen wenn ein Film ein sehr einfaches Bild von Gut und Böse zeigt. Hat Star Wars auch so gemacht weil es funktioniert. Die Weißen sind böse und die Schwarzen sind gut. So macht man einen guten Film. Würde aber auch gerne mal einen Film sehen wo es genau umgedreht ist. Schauspielerisch alles erste Klasse.

    Hugo Cabret: Hatte den Fehler gemacht das ich mich im Vorfeld komplett gespoilert habe. Weiß nicht ob es daran liegt, dass er mir nicht so gut gefällt. Aber Baron Coen als Stationspolizist fand ich spitze. Ich mochte besonders die Spezialeffekte nicht. Sie wirkten auf mich so übertrieben. Besonders wo die ganzen Blätter durch die Luft flogen.

    Midnight in Paris: Großartig. Ich hab den ganzen Film überlegt ob er nur Wahnvorstellungen hat oder ob er wirklich durch die Zeit reist. Die nervige Verlobte fand ich klasse.

    Moneyball: Super Film. Am besten gefällt mir das Ende mit dem Typen der einen Homerun geschlagen hatte und es nicht mitbekommen hatte. Billy Beane (Brad Pitt) hat einen Homerun geschlagen und es nicht gemerkt. Super.

    Tree of Life: Brauch ich glaub ich nichts mehr zu sagen. Ist für mich kein Film.

    War Horse: Fand ich super gut. Für mich nach The Artist stärkster Konkurrent für besten Film. Das Pferd hat auch einen Oscar verdient. Sehr gut fand ich die Szene wo der englische und der deutsche Soldat das Pferd befreien wollen und der Deutsche ruft „Wir brauchen noch mehr Drahtschneider“ und es fliegen 20 Drahtschneider aus dem Schützengraben. Großartig. Und wie der alte Franzose am Ende dem Jungen das Pferd wiedergibt. Super. Echt guter Film.

    1. Mit meiner Frage meinte ich eigentlich nicht die Oscarfilme, sondern die Filme die ich in meinem Kommentar genannt habe, die auch mit den Sehgewohnheiten brechen: MEMENTO, 2001 usw. 😉

  11. Achso ok:

    Memento: Das ist doch der Film der Rückwärts abläuft und wo der Typ nach 5 Minuten immer alles vergisst. Finde ich großartig. Hab ich schon 2 mal gesehen und werde ich mir noch einige Male wieder ansehen.

    2001: Für mich das gleiche wie Tree of Life. Nur Hal ist ein großartiger Character. Er hat aber nichts mit der *hust* Story zu tun. Leider. Meiner Meinung nach wäre es ein wesentlich besserer Film gewesen wenn es nur um Hal gegangen wäre. Beim „Ende“ des Films hab ich nur noch lachend auf dem Boden gelegen. Was für ein Schwachsinn.

    Blade Runner: War ich glaub ich zu jung als ich ihn gesehen habe weshalb ich die Story nicht verstanden habe. Muss ich mir nochmal ansehen. Aber diese Zentrale Frage des Film ab wann eine Maschiene ein Mensch ist oder umgekehrt finde ich schon gut.

    Sonst noch welche?

  12. Mir wird die Sache schon klarer, warum du Tree Of Life so mies findest. Du magst halt gerne Filme mit stringenter Story – da gehört Memento schon irgendwie dazu, auch wenn er rückwärts erzählt wird. In dem Fall solltest du dich aber mit „Kritik“ an Filmen wie Tree Of Life oder 2001 zurückhalten oder anders ausdrücken. Ich akzeptiere natürlich auch, wenn man mit sowas nichts anfangen kann, aber es kommt halt auf deinen Ton an, welchen Ton du zurückbekommst 😉

  13. Spontan würde mich noch interessieren, was du von STAY oder MR NOBODY hältst, auch wenn die natürlich nicht so bekannt sind, die 2001 und Blade Runner.

  14. Stay und Mr Nobody habe ich noch nicht gesehen. Werde ich noch nachholen. Auch The Thin Red Line will ich noch nachholen.
    Wenn ich mir einen Film ansehe will ich doch eine Geschichte erzählt bekommen und unterhalten werden. Das hab ich nunmal nicht mit 2001 und Tree of Life weswegen ich diese Art der Filme nicht mag.
    Da fällt mir gerade Mullholland Drive ein. Was für ein Scheiß. Da hab ich mich auch fast zu Tode gelangweilt.
    Nichts in dem Film macht irgendeinen Sinn.

    Es gibt aber auch genug Filme die eine Geschichte haben und mich trotzdem zu Tode gelangweilt haben. Zodiac zum Beispiel. Was für ein mieser langweiliger Film. War ich froh als der aus war.
    Oder sämtliche Bourne Filme. Man waren die langweilig.

    Ich habe auch absolut nichts gegen Elemente die man interpretieren muss. Als Beispiel fällt mir da der Inhalt des Koffers in Pulp Fiction ein. Man bekommt weder gezeigt noch gesagt was drin ist und Fans spekulieren schon sehr lange was es nun ist.
    Hab gehört Donny Darko hat auch sehr stark interpretierbare Elemente. Den Film muss ich auch noch nachholen.

    Ich hab halt was dagegen wenn man alles interpretieren muss. Wenn der Film einem garnichts erklärt.

    1. @Stefan: Es gibt Filme, bei denen ist einfach der Weg das Ziel. Diese Filme scheinen nichts für Dich zu sein. Macht ja nix. Muss ja nicht jedem alles gefallen. 😉
      Ich finde z.B. auch MULHOLLAND DRIVE großartig. Achja und THE THIN RED LINE (Der schmale Grat) dürfte dann auch nichts für Dich sein. Und LOST ist bestimmt auch nichts für Dich 😉

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